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Matt Elliott“Drinking Songs” Zwei Jahre nach “The Mess We Made”, seinem vielversprechenden Debüt-Album unter eigenem Namen, hat Matt Elliott jetzt bei seinen wunderschönen “Drinking Songs” zur Abwechslung mal Augen und Ohren gen Osteuropa gerichtet. Zum Anhören: The guilty party What the fuck am I doing on this battelfield ?Hinter dem Namen verbergen sich (mindestens) zwei musikalische Identitäten: Als Third Eye Foundation versucht er sich an komplexen, düsteren Elektronik-Kompositionen, und als Matt Elliot – so heißt er im wirklichen Leben - schreibt er melancholische Balladen, einfach, reduziert, ohne überflüssiges Brimborium. Matt Elliot, der aus Bristol stammt und seit kurzem in Frankreich lebt, präsentiert uns dieses Album wie den stimmungsvollen Besuch einer Kathedrale. Wehmütige Klänge aus slawischen Ländern, Seefahrer- und Sirenengesänge sind darauf zu hören. Dazu Trinklieder, die aber wohl eher zum Hörgenuss im heimischen Wohnzimmer bestimmt sind als zum angeheiterten Schunkeln in der Kneipe. Matt Elliotts “Drinking Songs” stimmen vielmehr nachdenklich und traurig-besinnlich. Irgendwie wird man bei diesem Album - seinem ersten bei einem französischen Label - den Eindruck nicht los, dass im Hintergrund immer der elegische Stil von Robert Wyatt mitklingt, obwohl Elliott Stein und Bein schwört, dass er keine einzige Aufnahme des Ex-Sängers von Soft Machine in seiner privaten Sammlung hat. Der letzte Track des Albums, “The Maid We Messed”, fängt ganz sanft an und endet in einem wüsten Elektro-Jungle-Chaos. Matt Elliott und Third Eye Foundation in einem… Emmanuel Dosda
ARTE: Warum dieser Ausflug in die Musik Osteuropas? Matt Elliott: Wahrscheinlich war das eine Reaktion auf den Einfluss der US-Kultur mit ihrem schmalzigen Stil. Meine Familie hat Wurzeln in Osteuropa, und ich bin mit der slawischen Musik groß geworden. Als ich ungefähr fünf Jahre alt war, habe ich zum ersten Mal Choralmusik gehört, wie sie in der orthodoxen russischen Kirche gesungen wird. Das hat mich wohl sehr stark beeinflusst und mich dazu veranlasst, mich mit dieser Musik und ihrer emotionalen Ausdruckskraft näher zu beschäftigen. Das Album endet mit einem Track, der verdächtig nach Jungle klingt. Eine Referenz an Third Eye Foundation? Ich stehe auf Jungle, und ich bin auch sehr stolz auf das, was ich mit Third Eye Foundation in dieser Richtung gemacht habe. Aber für den Moment reicht mir das. Ich habe mir gedacht: Noch mal zwanzig Minuten „Breaks Noise“, dann bist du erst mal kuriert. Na ja, für den Moment jedenfalls… Warum sind Sie vom Label Domino zu Ici d’ailleurs gegangen? Nach zehn Jahren bei Domino dachte ich, es wäre vielleicht nicht schlecht, mal ein anderes Label auszuprobieren, nur um mal zu sehen, was daraus werden würde. Ici d'ailleurs war eine naheliegende Alternative, weil es schon vorher eine Zusammenarbeit gab (ein Remix für die erste OuMuPo-Compilation-Serie von Yann Tiersen, Anm. d. Red.). Ich finde, die haben bei diesem Label die richtige Einstellung und machen gute Sachen. Und außerdem lebe ich ja jetzt in Frankreich und habe da meine größte Fangemeinde... Interview : Emmanuel Dosda ............................................................... Matt Elliott “Drinking Songs” Ici d’ailleurs www.icidailleurs.com www.oumupo.com www.thirdeyefoundation.com
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