Hybride Kulturen und paradoxe Maschinen standen im Mittelpunkt der Ars Electronica 2005. Längst ist es schwierig geworden, nach über einem Vierteljahrhundert Festival-Bestand Jahr für Jahr mit einem schlagenden Trend-Thema aufzuwarten — zu unterschiedlich sind inzwischen die Bereiche geworden, aus denen sich Medienkunst, im weitesten Sinne, speist. Unter dem Schlagwort "Hybrids" wurden in Linz mit Symposien, Ausstellungen, Installationen, Performances, Workshops und Interventionen im öffentlichen Raum diese neuen Mischformen unter die Lupe genommen: Hybride Identitäten werden alltäglich, Medien-Hybride enstehen und führen zu neuen Missverständnissen. Warum versteht der Westen den pan-arabischen Sender Al-Jazeerah nicht? Podcasting und Blogging verändern die Internetnutzung, Bio Art verlagert biotechnologische Manipulation von realen Lebensmechanismen in den Kontext der Ästhetik, Bio-Robotik oder Bio-Engineering eignen sich als Ausgangsposition für Künstler — wie z.B. für die poetisch nutzlosen Maschinen eines Theo Jansen: 180 Tonnen Sand machten den Linzer Hauptplatz zum Lebensraum für seine bizarren "Strandtiere".
Mit der Srishti School aus Bangalore, VCD: Relocate-Retro Tracks der Istanbul Bilgi University und dem Interface Culture Lehrgang der Kunstuniversität Linz zeigten internationale Ausbildungsstätten, das Medienkunst lange schon nicht mehr allein westliches Privileg ist.
"Ist das wachsende Bewusstsein für den Hybridzustand ein permanentes Merkmal einer globalisierten Kultur oder lediglich eine Übergangsphase?" fragt Derrick de Kerckhove, Leiter des "Marshall McLuhan Program in Culture & Technology" an der University of Toronto und Medienexperte, der das „Hybrid“-Themensymposium kuratierte.
Derrick de Kerckhove zum Thema(real audio - 1 Min.38 )
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Kultur Digital
Festival
Ars Electronica
Reportage von Jens Hauser
September 2005
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