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Ungarn

Ungarn: Der lange Weg aus dem Ostblock (1956-1968-1980)



Mit der Teilung Deutschlands – und damit Europas – begann der Kalte Krieg. Das Sowjetreich verleibte sich zahlreiche mittel- und osteuropäische Länder ein und zwang ihnen den Kommunismus auf. In der Folge versuchten mehrere von ihnen, sich von der sowjetischen Herrschaft zu befreien und mit Hilfe des Westens den Eisernen Vorhang zu durchtrennen: In Ungarn gab es bereits 1956, in der Tschechoslowakei 1968 und Polen in 1980 entsprechende Bestrebungen.

Platz der Freiheit, Budapest, 1956 © Stephen Silagy
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Osten Deutschlands unter sowjetischer Besatzung, der Westen wurde von den Amerikanern, Briten und Franzosen kontrolliert, während Berlin einer alliierten Kommandantur der vier Siegermächte unterstand. Nachdem es den Außenministerkonferenzen der Siegermächte weder in Moskau noch in London gelungen war, sich auf eine Lösung für die Zukunft Deutschlands zu einigen, bestätigten 1947 die Pariser Verträge die Teilung des Landes. Gleichzeitig begann infolge des fehlenden Friedensvertrags mit Deutschland der Kalte Krieg. Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) sorgte für die Ausbreitung des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa. Der Zusammenschluss der USA und der westeuropäischen Länder in der NATO (North Atlantic Treaty Organisation) am 4. April 1949 sowie die Gründung eines sowjetischen Militärbündnisses, aus dem am 15. Mai 1955 der Warschauer Pakt hervorging, besiegelte die Feindschaft zwischen den Großmächten.

In Österreich ebneten der Staatsvertrag betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich (15. Mai 1955) und der Abzug der alliierten Truppen (USA, Großbritannien, Frankreich, UdSSR) den Weg für die Entstehung eines unabhängigen, demokratischen und neutralen Staates am Schnittpunkt von West- und Osteuropa. Ungarn wäre dem österreichischen Beispiel gerne gefolgt: Das Land wollte aus dem Warschauer Pakt austreten und strebte nach Unabhängigkeit und Neutralität. Im Oktober und November 1956 kam es zu einem Aufstand, der aber von sowjetischen Truppen niedergeschlagen wurde. Die Sowjetunion unterdrückte systematisch und gewaltsam jeglichen Versuch ihrer Satellitenstaaten, sich ihrem Einfluss zu entziehen und dem Westen zuzuwenden: 1968 wurde in der Tschechoslowakei der Prager Frühling durch eine Invasion unter sowjetischer Führung beendet. In Polen fand 1981 die Tätigkeit der freien, christdemokratischen Gewerkschaft Solidarność durch Ausrufung des Kriegszustands unter dem Druck der UdSSR ein Ende. 

Die Spannungen zwischen Ost und West blieben bis zum Zerfall des Ostblocks und der Auflösung der Sowjetunion bestehen. Gegen Ende des Kalten Krieges begann in Mittel- und Osteuropa (an den Außengrenzen des ehemaligen Sowjetreichs) eine Entwicklung, in deren Verlauf es im Frühjahr und Sommer 1989 zu friedlichen Revolutionen mit anschließenden freien Wahlen in Polen und Ungarn kam. Im September 1989 durchtrennte Ungarn den Eisernen Vorhang und öffnete die Grenze zu Österreich, um DDR-Flüchtlingen den Weg in den Westen frei zu machen. Dies läutete den Niedergang des kommunistischen Regimes in Ostdeutschland ein, der durch den Fall der (im August 1961 erbauten) Berliner Mauer am 9. November 1989 symbolisiert wurde. Doch seinen Abschluss fand dieser Prozess erst mit der Unterzeichnung des Vertrags vom 12. September 1990 über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland. Der so genannte „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ zwischen Vertretern der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs sowie der beiden deutschen Staaten führte nicht nur zur Wiedervereinigung Deutschlands, sondern setzte auch der Teilung Europas ein Ende. Nach und nach wurden die Länder des ehemaligen Ostblocks zu freien, demokratischen, nichtkommunistischen Staaten. 1991 wurde die Sowjetunion aufgelöst: Der Kalte Krieg war beendet.

Anna Füllöp


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Im Spiegel der Zeitschriften Nr.9,
Erinnerung, Geschichte und Politik – ein Spannungsfeld, das für Gesprächsstoff sorgt
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Update: 13/03/08 | Zum Seitenanfang |

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