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LEITARTIKEL

Im Spiegel der Zeitschriften Nr. 3

Arte College d EuropeDie Nummer 3 der Rubrik Im Spiegel der Zeitschriften befasst sich mit dem Thema „Energie“. Schon die Die Gruppe von Natolin, ausgesucht von Robert Pichtethymologische Untersuchung dieses Wortes verdeutlicht die Problematik: Das griechische Wort enérgeia und seine spätlateinische Entsprechung energia bedeuten „wirkende Kraft“ und gehen auf die indoeuropäische Wurzel werg („handeln“) zurück. In der Alltagssprache ist mit Energie meist die Lebensenergie gemeint. In der Physik bezeichnet der Begriff „Energie“ seit dem 18. Jahrhundert die Fähigkeit eines Stoffes, Körpers oder Systems, Arbeit zu verrichten. Die Erfindung der Dampfmaschine im 19. Jahrhundert stellte einen enormen Fortschritt dar und führte zur industriellen Revolution. Die aus natürlichen Rohstoffen gewonnene Energie wurde zur Triebkraft der industriellen Entwicklung, doch im Gegenzug gerieten die Industriegesellschaften dadurch in eine starke Abhängigkeit von den Energiequellen. 1973 führte die erste Ölkrise zu einem Bewusstseinswandel in den westlichen Industrieländern: Sie erkannten ihre Abhängigkeit von den Erdöl produzierenden Ländern und gewöhnten sich an den Gedanken, dass zur Drosselung ihres Energieverbrauchs Einsparungen erforderlich sind. Heute schrumpfen die Energieressourcen der Welt jedoch weiter, während der Verbrauch und die Preise steigen. Fast alle europäischen Länder hängen von ausländischen Energielieferungen ab. Doch ihre strategischen Interessen sind mitunter nicht die gleichen, und sie treffen voneinander abweichende Entscheidungen. Um die Energieversorgung zu sichern, die nationalen Energieverteilernetze miteinander zu verbinden und die Umwelt langfristig zu schützen, wäre eine gemeinsame europäische Energiepolitik jedoch von großem Nutzen.

Für die Studenten des Europakollegs von Natolin war der in diesem Jahr in Polen besonders harte Winter genau die richtige Kulisse, um sich unter Anleitung der Forschungsassistentin Aleksandra Kulas mit dem Energiethema auseinanderzusetzen. Sie nahmen die Printmedien von neun Ländern – Russland, Ukraine, Polen,Rumänien, Norwegen, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien – unter die Lupe. Alle von ihnen analysierten Zeitschriften berichteten ausführlich über die Folgen des Tauziehens zwischen Moskau und Kiew Anfang Januar 2006. Dem Grundsatz der Rubrik folgend verglichen die Studenten die in der Presse ihrer Länder vertretenen Positionen mit denen anderer europäischer Printmedien.

Wir danken dem Goethe-Institut, EurActiv, europa-digital und cafebabel.com für ihre Bereitschaft, an der Rubrik Im Spiegel der Zeitschriften mitzuwirken. Als Partner von ARTE und dem Europa-Kolleg werden sie künftig auf ihren Websites auf die Online-Veröffentlichung unserer Nummern hinweisen. Damit soll die Sichtbarkeit der Rubrik Im Spiegel der Zeitschriften im Internet verbessert werden. Ziel ist es auch, einen noch breiteren Kreis von Lesern zu erreichen, die sich mit Europafragen beschäftigen, sowie weitere wissensdurstige Internetsurfer anzusprechen.
Claire Poinsignon
Europareferentin
ARTE France
Robert Picht
Stellvertretender Rektor des Europakollegs Natolin
Verantwortlich für interdisziplinäre europäische Studien
Europakolleg Brügge/Natolin
An dieser Nummer wirkten mit:
Sylvia Elisabeth Beyer (Deutschland)
Diego Calatayud (Spanien)
Maciej Jakubik (Polen)
Marion Lalisse (Frankreich)
Alessandra Marino (Italien)
Olga Nikonchuk (Russland)
Nina Sjurseike (Norwegen)
Bogdan Stefan (Rumänien)
Pavel Tokarski (Polen)
Ganna Yatsyuk (Ukraine)
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Im Spiegel der Zeitschriften Nr. 3,
Energie: alte Fragen. Neue Antworten?

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Erstellt: 30-03-06
Letzte Änderung: 13-04-06