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Im Spiegel der Zeitschriften Nr. 4Paris-Natolin, 15. Juni 2006 ![]() Das Magazin Im Spiegel der Zeitschriften - Europa in der intellektuellen Debatte ist eine gemeinsame Initiative von ARTE und dem Europakolleg in Brügge und Natolin. Die erste Nummer befasste sich mit den transatlantischen Beziehungen und erschien im Frühjahr 2005. Im Studienjahr 2005-2006 wurden zwei weitere aktuelle Themen behandelt: das soziale Europa und die Energiefrage. Die diesbezüglichen Artikel können im Archiv nachgelesen werden.In der neuen Ausgabe wird die Zukunft Europas - mit und ohne Verfassung - beleuchtet. Wir können nicht auf die in Frankreich und den Niederlanden im Frühjahr 2007 geplanten Wahlen warten, um erneut darüber nachzudenken, welche Auswirkungen die Ablehnung des Verfassungsentwurfs durch Franzosen und Niederländer bei den Volksbefragungen 2005 haben wird. Und das aus mehreren Gründen: Die österreichische EU-Ratspräsidentschaft von Januar bis Juni 2006 hat versucht, einen Ausweg aus der Krise zu finden, die vor einem Jahr ihren Anfang nahm. Bundeskanzlerin Merkel ließ verlauten, dass Deutschland nach Übernahme des Ratsvorsitzes im Januar 2007 sein ganzes Gewicht in die Waagschale werfen werde, um die Verfassung zu retten. Der Ratifizierungsprozess in den Mitgliedstaaten geht weiter. So wird Finnland, das ab 1. Juli 2006 an die Spitze der Union tritt, als 16. Staat den Entwurf ratifizieren. Wir haben neun Europakolleg-Assistenten aus Brügge und Natolin um Mathieu Briens gebeten, sich in Reflektionsgruppen, Ideenlaboren und Think Tanks umzusehen, die in zehn Ländern - Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Spanien, Tschechische Republik und Mazedonien für die Balkanstaaten - Internetseiten und Zeitschriften zu europäischen Fragen veröffentlichen. Die im Ergebnis dieser Internet-Untersuchung entstandenen Analysen und Vorschläge machen deutlich, warum die Europäische Kommission bereits im Mai, die Außenminister am 27. und 28. Mai und die am 15. und 16. Juni 2006 in Brüssel versammelten Staats- und Regierungschefs beschlossen haben, die vor einem Jahr eingeläutete Phase der Reflektion bis 2007 zu verlängern. Möglicherweise wird man sich sogar bis 2009 Zeit lassen, um aus der institutionellen Sackgasse herauszukommen, und bis dahin dem Europa der Projekte den Vorzug geben. Angesichts der Besorgnis, die die Globalisierung in manchen Ländern hervorruft, und angesichts der Massenarbeitslosigkeit, die das Streben nach dem von den Gründervätern Europas neben dem Frieden in Aussicht gestellten Wohlstand zunichte macht, gewinnen die Tendenz zur Abkapselung sowie Nationalismus und Populismus immer mehr an Terrain. Diese negativen Strömungen treiben mit wenigen Ausnahmen die öffentliche Meinung im Westen wie im Osten Europas um. Will man ihnen entgegen wirken, reichen Notbehelfe und Flickschusterei nicht aus. Bevor Europa die nach wie vor unumgängliche Reform seiner Institutionen umsetzen kann, muss es die Europäer mit seinem politischen Vorhaben versöhnen. Claire Poinsignon Europareferentin ARTE France
Robert Picht Stellvertretender Rektor des Europakollegs Natolin Verantwortlich für interdisziplinäre europäische Studien Europakolleg Brügge/Natolin Mitwirkende an dieser Ausgabe: Von den neun Europakolleg-Assistenten um Robert Picht sind sechs ehemalige Erasmus-Studenten aus Lüttich (Belgien), Edinburg (Schottland, Vereinigtes Königreich), Aix-en-Provence, Lille und Straßburg (Frankreich). Die meisten von ihnen gehören dem Montesquieu-Jahrgang (2004-2005) des Europakollegs von Brügge und Natolin an und besitzen einen Abschluss in europäischen Politik- und Verwaltungsstudien. Während des Studiums haben sie Praktika absolviert und Forschungsaufgaben in deutsch-französischen, europäischen oder internationalen Einrichtungen des öffentlichen oder privaten Sektors in Berlin, Bonn, Brüssel, Montpellier, New York, Prag, Straßburg, Rom, Turin, Warschau und Wroclaw übernommen. Die Analysen für diese Ausgabe des Magazins haben sie mit Interesse und Kompetenz durchgeführt. Da sie zudem mehrere Sprachen beherrschen, konnten sie über ihr eigenes Land oder auch über andere europäische Länder schreiben, deren Sprache und Besonderheiten ihnen vertraut sind. Judith Bürger hat sich mit ihrem Land Deutschland befasst. Interessengebiete: Mittel- und Osteuropa, EU-Erweiterung, EU-Nachbarschaftspolitik Mathieu Briens hat sich mit seinem Land Frankreich befasst. Interessengebiete: Zukunft der EU-Verfassung, Zivilgesellschaft, soziales Europa Andrea Maier (Deutschland) hat sich mit Spanien befasst. Interessengebiete: Minderheitenschutz, Menschenrechte, deutsch-französische Beziehungen Daniele Marchesi hat sich mit seinem Land Italien befasst. Interessensgebiete: europäische Identität, bürgerschaftliches Engagement, gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Vereinte Nationen Katrin Müller-van Ißem (Deutschland) hat sich mit dem Vereinigten Königreich befasst. Ihr einziges Interessensgebiet ist die Verfassung! Jérémie Pélerin (Frankreich) hat sich mit Belgien befasst. Interessengebiete: die EU-Institutionen, Europaparlament, Fraktionen und Wahlsysteme François Richard (Frankreich) hat sich mit Polen und der Tschechischen Republik befasst. Interessengebiete: politische Parteien und Wahlsysteme, das postkommunistische Europa, die europäischen Institutionen Ruth Seitz (Deutschland) hat sich mit Österreich befasst. Interessengebiete: gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Konfliktprävention, internationale Organisationen Ilija Talev (Mazedonien) hat sich mit Mazedonien befasst, um die Sichtweise des Westbalkans zu untersuchen. Interessengebiete: die Balkanstaaten, EU-Erweiterung, transatlantische Beziehungen Isabella Torta (Italien), Koordinatorin der ersten beiden Ausgaben von Im Spiegel der Zeitschriften, unterstützte Mathieu Briens in Brügge beim Korrekturlesen der auf Englisch und Französisch verfassten Originaltexte. Das Redaktionssekretariat der französischen Fassung wurde von ARTE France durch die Journalistin Laurence Flécheux betreut. Überarbeitung und Einstellen der deutschen Fassung: Andrea Krumnow
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