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Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten

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Aber Cotterill unterläuft kein falscher Zungenschlag, obwohl er in "Dr. Siri und seine Toten" die Verhältnisse in Laos kurz nach der Machtübernahme der Pathet Lao mit beißendem Spott zeigt. Siri, 72 Jahre alt, war ein Feld-, Wald- und Wiesendoktor, der endlich in Rente möchte. Stattdessen wird er in den Kittel des Chefpathologen des Landes gezwungen. Er versteht nichts von Forensik, hat keine Arbeitsmaterialien, wird von Apparatschiks bedrängt und erkennt bei vertrackten Fällen die politischen Fallstricke, noch bevor er die ersten fachlichen Erkenntnisse gewinnen kann.

Der in London geborene Cotterill, der in verschiedenen Funktionen für die Unesco in Thailand und Laos tätig war, kombiniert in der Siri-Serie Witz, politischen Grimm, krimitypische Freude an der Aufhellung einer vorsätzlich verrätselten Welt und menschliches Mitgefühl. Der Autor will nicht den Kapitalismus preisen, sondern den Mut derjenigen, die im sozialistischen Tollhaus auf humanen Maßstäben beharren.

Thomas Klingenmaier/Stuttgarter Zeitung

Erstellt: 30-06-08
Letzte Änderung: 04-07-08

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