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Hundert Jahre Salvador Dali | Dalí - Die Beständigkeit der Erinnerung | Die wahre Geschichte über die falschen Dalís | Der andalusische Hund

07.05.04 um 23.30 / THEMA "HUNDERT JAHRE SALVADOR DALI"

Die wahre Geschichte über die falschen Dalís




Mitte der 70er Jahre überschwemmten Tausende leerer Blätter, von Salvador Dalí selbst signiert, die Märkte, ohne dass es den Maler kümmerte, was darauf gedruckt wurde. Aquarelle ebenso wie Ölbilder - aus dem Pinsel anderer Künstler stammend - wurden so in den berühmtesten Auktionshäusern zu echten Dalís. Wer sind die Schuldigen? Gibt es überhaupt Schuldige? Und wer waren die besten Lügner - Dalís Agenten, Gala oder etwa Dalí selbst?




23.30
Die wahre Geschichte über die falschen Dalís

von Miguel Angel Nieto
52 Min., Dokumentarfilm, Frankreich / Spanien 2004, Erstausstrahlung

Drei Leidenschaften haben das Leben von Salvador Dalí, einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts geprägt: die Malerei, seine Ehefrau Gala und das Geld. Die Malerei verewigte ihn in der Öffentlichkeit als Wegbereiter des Surrealismus in der Kunst. Über seine anderen beiden Leidenschaften schrieb der Künstler einmal: "Ich liebe Gala mehr als meinen Vater, mehr als meine Mutter und sogar mehr als das Geld." Dalí war wahrscheinlich der letzte Alchimist in der Geschichte. Er verwandelte alles um sich herum in klingende Münze. Jede seiner Skizzen wurde zu einer teuren Zeichnung und in den exklusivsten Geschäften von Paris oder New York verkauft. Sogar der Name seiner Frau Gala wurde zu einer Parfümmarke. Irgendwo auf dem Weg zwischen Leidenschaft und Habsucht gelang es Dalí einen kompletten Industriezweig aus sich zu machen, der ihm und seiner Frau, ein Leben mit allem erdenklichen exzentrischen Luxus ermöglichte. Eben das, was von vielen mit dem Begriff die "Dalí-Fabrik" bezeichnet wurde.
Aber Dalís Fabrik hörte Mitte der 70er Jahre, als er auf dem Höhepunkt seiner Berühmtheit angelangt war, auf zu funktionieren. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt als der Kunstmarkt nach viel mehr von seinen Werken verlangte, als er in der Lage war zu produzieren. Das war der Punkt, an dem sich auch Dalís Signatur in Gold verwandelte. Tausende leerer Blätter, von Salvador Dalí selbst signiert, überschwemmten die Märkte, ohne dass es den Maler auch nur im geringsten kümmerte, was letztendlich darauf gedruckt wurde. Aquarelle, ebenso wie Ölbilder anderer Künstler wurden so in den berühmtesten Auktionshäusern zu echten Dalís. Die Presse schenkte all dem keinen Glauben: wie war es möglich, dass ein Künstler, der so stark an Parkinson litt, weiterhin in solch großem Maßstab produzierte?


Nur vier Männer kennen die Antwort auf diese Frage, aber sie haben - bis heute - noch nie darüber gesprochen. Es sind die so genannten vier "Sekretäre" oder viel mehr Agenten, die sich in verschiedenen Perioden um die Geschäfte des Malers kümmerten: der Kapitän Peter Moore, der Journalist Enrique Sabater, der Aristokrat Jean Claude du Barry und der Fotograf Robert Descharnes. Sie alle waren sich, auf die eine oder andere Weise, darüber bewusst, dass der Skandal über die Echtheit eines großen Teils des Werkes von Salvador Dalí früher oder später wie eine Bombe explodieren würde, was dann im Herbst 1980 mit dem großen Fälschungsskandal auch geschah. Aber sie wussten auch, dass die Dalí-Fabrik nicht aufzuhalten war.

Die wahre Geschichte über die falschen Dalís versucht den Knoten aus Lügen, falschen Fährten, Anschuldigungen, falschen Verkäufen und echten Versteigerungen, falschen Sekretären und echten Malern zu entwirren... Der Markt verlangte jeden Tag nach mehr Werken des katalonischen Künstlers. Wer sind die Schuldigen? Gibt es überhaupt Schuldige in diesem Netz von Täuschung und Lügen? Und wer war der beste Lügner - die Sekretäre, Gala oder etwa Dalí selbst?


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Ein Genie mit SchattenseitenHundert Jahre Salvador Dali
Themenabend, Deutschland 2004, ARTE/TVE
Freitag, 7. Mai 2004 ab 22.15 Uhr




Update: 07/05/04 | Zum Seitenanfang |

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